Druckführende Gaswäsche
Für die Entschwefelung und CO2-Abreicherung von Synthesegas aus der Biomassevergasung ging in 2010 die sog. ABSART-Anlage in Betrieb. Sie besteht im Hauptteil aus den Stufen Sulferox- und Selexolwäsche. Vorgeschaltet sind eine COS-Hydrolyse und ein Kompressor.
In einer ersten Stufe, der Sulferoxwäsche, erfolgt eine Abscheidung der meisten Schwefelverbindungen wie Schwefelwasserstoff, Methan- und Ethanthiol. In der Selexolstufe werden weitere Schwefelverbindungen aus dem Gas entfernt und CO2 abgereichert.
Die druckführende Gaswäsche ist für Drücke bis 40 bar ausgelegt. Der übliche Arbeitsdruck liegt passend zu einer anschließenden Fischer-Tropsch-Synthese bei 30 bar.
Im Jahr 2022 wurde die Selexolstufe auf eine Aminwäsche umgebaut. Sie kann separat vom Rest der Anlage betrieben werden. Ziel ist nun Forschung & Entwicklung zur CO2-Entfernung aus Rauchgasen von Verbrennungsanlagen.
Für erste orientierende Tastversuche mit Waschmitteln wurde die Technikumsanlage um eine drucklose Laborausführung ergänzt.
Technische Daten der ursprünglichen ABSART-Anlage
- Auslegungsdruck: 40 bar
- Arbeitsdruck der Absorber: 30 bar
- Auslegungsvolumenstrom: 40 Nm3/h
- Temperaturen im Sulferox-Absorber: 60°C
- Temperaturen im Selexol-Absorber: bis -15°C
- Temperaturen im Selexol-Desorber: bis 80°C
Beschreibung der Labor- und Technikumsausführungen als pdf-Datei
Betreuer
Dipl.-Ing. Felix Müller
Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Telefon: +49 5323 72-6246
E-mail: felix.mueller@tu-clausthal.de